Junge Liberale: Herdprämie – Nein Danke!

Flensburg. Die Jungen Liberalen nehmen die Zustimmung der FDP-Bundestagsfraktion zum Betreuungsgeld bestürzt zur Kenntnis.

Stefanie Jordt
Stefanie Jordt

Stefanie Jordt (26), Vorsitzende der JuLis Schleswig-Flensburg, sagt hierzu: „Wir sind sehr enttäuscht davon, dass unsere Bundestagsfraktion hier nun eingeknickt ist. Ziel liberaler Familienpolitik sollte es sein, eine optimale Vereinbarkeit von Familie und Beruf sicherzustellen. Frauen werden dringend am Arbeitsmarkt gebraucht, somit sollte die Politik Anreize setzen, neben der Erziehung einer Beschäftigung nachzugehen. Durch diese Entscheidung wird genau das Gegenteil bewirkt. Es werden Anreize geschaffen, zu Hause zu bleiben und dem Arbeitsmarkt fernzubleiben. Mit solchen Entscheidungen wird es schwer, den Bürgern gegenüber ein klares liberales Profil zu wahren.“

André Classen
André Classen

Der Vorsitzende der Flensburger JuLis, André Classen (29) sieht hier auch die falschen Schwerpunkte. „Ich glaube man hätte den Kindern den weitaus größeren Gefallen getan, wenn man das Geld in die frühkindliche Bildung investiert hätte. Insbesondere hier werden Weichen gestellt, was die späteren Bildungschancen der Kinder angeht.

Zudem erkennt Classen hier eine Vermischung aus bundes- und landespolitischen Interessen der CSU: „Es ist doch ganz offensichtlich, warum die Bayernpartei CSU diese Forderung mit solchem Nachdruck verfolgt: In Bayern wird dieses Geld bereits an Eltern ausgezahlt, welche Kinder »dahoam« erziehen, allerdings aus Landesmitteln. Wenn dies nun eine Bundesleistung wird, hat Seehofer diese Zahlungen auf dem Bund abgeschoben und seine eigene bayrische Staatskasse entlastet.“