Infrastrukturkonferenz stellt Weichen für grenzüberscheitenden Transport und Verkehr

Am 19. Oktober fand im Flensburger C.ulturgut die „Liberale Infrastrukturkonferenz für Sønderjylland-Schleswig 2019“ statt. Am Thementag mit dem Schwerpunkt „Herausforderung Transport und Verkehr“ nahmen Vertreter der Koordinationsgruppe „ALDE“ (Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa) teil, zu der auch wir von der FDP Flensburg gehören. Weiterhin waren Mitglieder der dänischen Venstre sowieso der Radikale Venstre anwesend, um sich grenzüberschreitend über die Region Sønderjylland-Schleswig auszutauschen. Zu den 29 Teilnehmern zählten auch ansässige Unternehmer und Vertreter von Verkehrsorganisationen, wie vom ADAC oder der „Norddeutschen Eisenbahngesellschaft“ (neg Niebüll GmbH).

Die Infrastrukturkonferenz wurde in drei Themenschwerpunkte gegliedert: Eisenbahnverkehr, Straßenverkehr und Brücken. Den Anfang machte der Verkehr auf den Schienen, hierzu stellte Thorsten Schäfer von der neg Niebüll GmbH das Schienennetz und die Chancen für die Region vor. Aus dem dänischen Folketing berichteten Nils Sjøberg (Radikale Venstre) und Ellen Trane Nørby (Venstre) über Projekte in Dänemark. Beide betonten, wie wichtig die Zusammenarbeit in der Grenzregion ist und dass eine gemeinsame Terminologie zwingend notwendig ist, um Projekte in Sønderjylland-Schleswig zu bewegen.

Im zweiten Themenblock sprach der dänische Transportunternehmer Anders Jessen über die künftigen Herausforderungen des LKW-Verkehrs. Er verwies auf autonomes Fahren, Digitalisierung und die Klimapolitik. So wünschte er sich auch eine gemeinsame Verkehrspolitik, die LKW- und Schienenverkehr gemeinsam betrachtet, um die wachsenden Güterzahlen bewältigen zu können. Unser FDP-Landtagsabgeordneter Kay Richert forderte eine gemeinsame Zusammenarbeit aller drei Parteien, damit die Region nicht abgehängt werde. Er sagte: „Flensburg findet in Kiel kaum statt und Süddänemark ist in Kopenhagen selten Schwerpunkt. Hier müssen wir uns gemeinsam ein Gehör verschaffen.“ Richert schilderte auch, wie viel Zeit einige Planungsverfahren in Deutschland in Anspruch nehmen, bis Bauvorhaben dann in die Tat umgesetzt werden. Er nannte die A20, die B5 und die Rader-Hochbrücke. Ulf Ewert, Verbandssprecher des ADAC SH, thematisierte den PKW-Verkehr im ländlichen Raum und nannte das Auto eine tragende Säule.

Die Brücke von Alsen nach Fünen war das dritte Themengebiet der Konferenz. Hier wurden Chancen und aktuelle Herausforderungen thematisiert. Heiß diskutiert wurde natürlich auch die Fehmarnbeltquerung, die sowohl als Chance als auch als Problemprojekt gesehen wurde.

Die Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik waren sich einig, dass gegenwärtig sehr viel Potenzial in der Region nicht genutzt wird. Es wurden Ursachen ergründet und mögliche Projekte besprochen. Alle drei Parteien bekräftigten erneut ihre Zusammenarbeit für die Grenzregion und beschlossen weitere thematische Konferenzen.