Gedanken zum Karstadt-Aus von Kim Harder

Karstadt in Flensburg schließt. Das ist eine Katastrophe für die Innenstadt! Angebahnt hat sich diese Entwicklung seit 2013, als die im Februar 2012 durch den Flensburger Rat verabschiedete heftige Erweiterung des Citti-Park eröffnet wurde. Zunächst verwaiste die Holmpassage, die Anzahl an kaufkräftigen Kunden in der Innenstadt ging stetig zurück. Jetzt trifft es Karstadt. Dazu beigetragen hat ganz entscheidend auch die stetige Verknappung und Verteuerung des Parkplatzangebots in der Flensburger Innenstadt. Die Konkurrenzfähigkeit der Innenstadt gegenüber dem Citti- und Fördepark nimmt so kontinuierlich ab.

Getrieben wird diese Entwicklung von den Flensburger Grünen, zeitweise willfährig begleitet durch Verwaltung und SPD in ihrem Ansinnen, den Bürger hin zu bestimmen Verkehrsformen zu nötigen. Dabei ist der Trend zum Automobil – mit welcher Antriebsform auch immer – ungebrochen. Diesem Trend sollte man sich nicht dogmatisch entgegenstemmen, sondern endlich kostenfreie Parkplätze in deutlich erhöhter Anzahl zentral in der Flensburger Innenstadt schaffen. Die Idee von FDP-Mitglied Robert Vollmer, das bald ehemalige Karstadt-Gebäude teilweise oder insgesamt zum zentralen Parkhaus zu machen ist prüfungswert. Daneben müssen die Straßen weiter ausgebaut und so dem ungebrochenen Trend hin zum automobilen Individualverkehr Rechnung getragen werden.

Eine Stadt, die dies in den letzten 15 Jahren mustergültig und einhergehend mit einer deutlichen Aufwertung ihres Stadtkerns geschafft hat: Bordeaux.
Wir können froh und glücklich sein, wenn es gelänge, in den nächsten zehn Jahren durch konsequente Entscheidungen gegen Erweiterungen auf der grünen Wiese und für unsere Innenstadt die Besucherzahlen und den Charme im Stadtkern zu erhalten. Der Schlüssel ist, dass die Aufenthaltsqualität und der Erhalt der historischen Bausubstanz dort durch das Engagement und die Mieten der ansässigen Kaufleute getragen wird.

Es gilt nun, alles zu unterlassen, was dem Innenstadt-Handel schadet und konsequent jenes zu fördern, was die Innenstadt belebt!