Endet das „Bunte Flensburg“ beim neuen Krankenhaus?

Die gemeinsame Trägergesellschaft des neuen Krankenhauses hat verkündet, dass in Zukunft keine Abtreibungen im neuen gemeinsamen Klinikum stattfinden werden. Als Begründung wurde die religiöse Weltanschauung der Malteser genannt. 

Lassen wir mal alle rechtlichen Bewertungen bei der Betrachtung beiseite: Was ist das für ein Signal in einer weltoffenen deutsch-dänischen Grenzstadt? Ist das in einer säkularen Gesellschaft modern? Nein, ist es nicht! Eine solche Entscheidung verkörpert mittelalterliche Denkweisen. Das passt nicht zum Flensburger Image einen bunten Stadt.

Nicht von minderer Relevanz ist zudem: Wenn die Abtreibung als Behandlungsmethode aus religiösen Gründen verwehrt bleiben soll, welche Maßnahmen sind es dann ebenfalls? Für welche weiteren Tests oder Behandlungsformen gelten ebenfalls religiöse Restriktionen und werden den Patienten verwehrt?

Wird das neue Klinikum so seinem Versorgungsauftrag und der bestmöglichen Behandlung gerecht? 

Die Kommunalpolitik ist sich einig: Flensburg braucht ein modernes Klinikum. Ich frage die Träger: Wird es das moderne Klinikum geben oder wird es eins von gestern?

Björn Ellenberg

FDP-Ratsherr