Die Krankenhausfusion ist eine gute Entscheidung

Dass die beiden christlichen Flensburger Krankenhaus-Trägergesellschaften DIAKO und St. Franziskus-Hospital nun mit einer gemeinsamen Trägergesellschaft den angekündigten Neubau betreiben werden, ist eine sehr gute Entscheidung für die medizinische Versorgungssicherung im gesamten Grenzland. 2026 soll das modernste Krankenhaus Deutschlands inklusive Kindertagesstätte, Boardinghouse und ökumenischem Bildungszentrum auf dem Gesundheitscampus in Flensburg stehen.

Sehr gut, dass sich Katholiken und Protestanten nach über zwei Jahren zur Zusammenarbeit entschlossen haben. Die Gesundheitsversorgung der Region profitiert ebenso wie die Steuerzahler: Das anachronistische Nebeneinander von zwei Krankenhäusern in 500 Metern Abstand war nicht nur medizinisch fragwürdig, sondern natürlich auch teuer.

Das tolle Ergebnis macht die enormen Querelen fast vergessen, unter denen der Prozess 2017 startete. Damals waren nicht nur die beiden Träger abgeneigt, über einen Neubau überhaupt nachzudenken – von einem gemeinsamen Betrieb ganz zu schweigen. Auch die Stadtverwaltung in Person der Oberbürgermeisterin lehnte es kategorisch ab, das bestehende Nebeneinander infrage zu stellen. Andersdenkende wurden als „Blinde bezeichnet, die von der Farbe sprechen“. So drückte es Torsten Albig 2017 aus.

Treiber des Neubaus und Treiber für einen gemeinsamen Träger war die Lokalpolitik. Die damals parteilose Ratsfrau Susanne Rode-Kuhlig war es, die alle Fraktionen an einen Tisch brachte – das Ergebnis war die fraktionsübergreifende Forderung nach einem Ende des Nebeneinanders und für einen Neubau. Erst der laute Protest von drei ehemaligen Chefärzten führte zum Umschwenken von Oberbürgermeisterin und Krankenhausträgern.

Die Ratsfraktionen haben damals alle politischen und persönlichen Unterschiede überbrückt und zum Wohl der gesamten Region an einem Strang gezogen. Damit haben sie Verantwortung übernommen und sich gegen die Stadtverwaltung durchgesetzt. Ich persönlich empfinde das noch immer als Sternstunde der Lokalpolitik – schade, dass das einzig Minister Dr. Garg zu würdigen wusste.