Wildtiere in Zirkussen – Stellung beziehen, nicht rumeiern!

Was ist so schwer daran, sich für Tierwohl in Flensburg zu entscheiden? Seit Juli 2018 versucht die FDP Flensburg zu erreichen, dass Zirkusse mit Wildtieren in Flensburg keinen Platz mehr bekommen. Seit Juli 2018 hält uns die Stadtverwaltung unter SPD-Oberbürgermeisterin Simone Lange mit tausend Bedenken hin: Der Begriff „Wildtiere“ ist zu unbestimmt? Haben wir geändert. Seit 2011 gab es keine Zwischenfälle mehr? Stimmt das und wenn ja – was besagt das? Statt eines Beschlusses muss es eine Satzung sein? Haben wir gemacht. Die SPD-geführte Verwaltung steht auf der Bremse, es geht kein Stück weiter.
Wir haben CDU, Grüne Partei, SSW, SPD, Linkspartei und Wählergemeinschaften um Unterstützung gebeten. Mitmachen wollte keiner. Jetzt sagen zwar alle, sie wollten sich ebenfalls für Zirkustiere einsetzen, tun es aber nicht. Unterstützung? Eigentlich ja, aber nicht so, nicht jetzt und schon gar nicht einen FDP-Antrag. Statt eines klaren Beschlusses wollen sie vielleicht eine Initiative oder Resolution an Bund, Land oder sonstwen starten. Aber jetzt soll erst einmal beschlossen werden: „Ein Verbot von Zirkussen, die bestimmte Wildtiere mit sich führen, wird auf kommunalen Flächen für die Stadt Flensburg nicht ausgesprochen.“ Das verändert nichts – ist das gewollt?
Neben ethischen gibt es auch Sicherheitsgründe, die gegen die Wildtierhaltung in Zirkussen sprechen. Zwischen 2009 und 2016 gab es mindestens 45 Ausbrüche von Bären, Elefanten, Flusspferden, Großkatzen, Nashörnern und Primaten aus Zirkussen in Deuschland. Wenn schon nicht wegen des Tierwohls, dann sollte doch wenigstens zum Schutz der Bevölkerung auf Zirkusse mit Wildtieren verzichtet werden. Aber auch hier: Bedenken und kein Mut für eine Entscheidung.
Wildtiere im Zirkus und Tierwohl gehen nicht zusammen. Die FDP will keine Alibi-Resolution. Wir als Stadt können hier ganz konkret etwas machen. Was in Norderstedt geht, das geht auch bei uns. Es muss nicht jede Partei mit der FDP für Tierwohl eintreten, aber dann spart Euch auch die Ausreden. Wir werden jedenfalls weiter um Unterstützung werben – das Ziel ist es wert!