Warum selber anstrengen?

von Kay Richert

Wenn der Nachbar etwas hat, was man selber gerne haben möchte, dann nimmt man es sich einfach – ist doch viel angenehmer, als sich selber anzustrengen! So müssen die Überlegungen im neuen Hamburger SPD-Senat gewesen sein, als er sich zum Griff nach der internationalen Leitmesse Husum Wind Energy entschloss.Natürlich ist die Lage in Hamburg dramatisch – Haushalt und politische (Miss-) Erfolgsbilanz des Stadtstaats rechtfertigen kaum den hanseatischen Führungsanspruch. Allerdings gehört zu den Wahrheiten der Hanse, dass man für den Erfolg auch etwas tun muss. Wohl auch deshalb waren unter den Hansekaufleuten eher wenige Sozialdemokraten zu finden.

Man darf gespannt sein, wohin die SPD-Raubritter von der Elbe als nächstes ihren Blick richten: Auf die CeBit vielleicht? Oder auf die IAA? Und mit welchem Geld will Hamburg dann ein adäquates Messegelände errichten?

Wir haben zuviel Geld!

Das Berliner Stadtschloss soll wiedererrichtet werden. Es ist ja auch wirklich nicht zu ertragen, dass mitten auf der Berliner Spreeinsel eine unbebaute Rasenfläche ist!

Mal im Ernst – alle müssen sparen, für nichts ist mehr Geld da, und dort werden 225 Millionen Euro für die Errichtung von drei Fassaden verschleudert?? Wer bitte braucht denn dieses Gebäude? Stehen gerade in Mitte nicht genügend riesige Immobilien leer? Und was wird diese Scheinhistorie im Unterhalt kosten? Bitte, lieber Bundestags-Haushaltsausschuss, liebe Berliner: Kommt zur Besinnung! Natürlich ist der Betrieb einer Hauptstadt teuer. Mit 225 Millionen Euro wäre aber auch der Betriebszuschuss für die dänischen Schulen in Südschleswig für etwa 75 Jahre gesichert. Das ist mir bedeutend wichtiger. Und Ihnen auch, wenn Sie Ihre Verantwortung für Ihr Volk ernst nehmen.

Selber anstrengen!

Lichtblick Flesnburg e. V (Life) – so nennt sich ein Flensburger Verein, und ein solcher ist er auch. Bürger stellen ihre Arbeitskraft und ihr Fachwissen zur Verfügung, um für Mitbürger eine Hilfe zu sein. Das nennt man Ehrenamt und es ist jede Unterstützung wert – denn weder Sport noch Freizeit noch Kirche noch Politik kommt ohne das Ehrenamt aus. Leider nimmt das Engagement der Bürger ab, häufig ist jammern und kritteln bequemer. Ärmel hoch, liebe Mitbürger! Selber machen! Lob und Dank an dieser Stelle an Antje Walther vom Flensburger Tageblatt: Berichte wie der Ihre geben dem Ehrenamt das Forum, das es braucht und verdient. Denn das Entgelt für Ehrenamtler ist die Ehre.