Vorsicht Plagiat! Wer abschreibt, muss das auch kenntlich machen!

von Kay Richert

Was ist denn das? CDU-Finanzminister Rainer Wiegard setzt sich für Vereinfachungen bei der Steuererhebung ein? Ist das noch dieselbe CDU, die kurz nach Unterzeichnung des Berliner Koalitionsvertrags tönte, es gäbe kein Geld für solche „Geschenke“?

Die Einsicht des Ministers ist ja an sich erfreulich, denn er hat ja recht. Erstaunlich nur, dass er nach einer Generalablehnung durch seine eigene Partei plötzlich von ganz allein auf dieselben Ideen kommt, wie sie im FDP-Programm stehen. Und um diese „eigenen“ Ideen zu verfestigen, werden schnell einige Veranstaltungen zu diesem Thema initiiert, frei nach dem Motto „das merkt schon keiner“.

Ähnliches in der Atompolitik: Nachdem der FDP-nahe Minister Schmalfuß von seinen CDU-Kabinettsmitgliedern für seine konsequente Haltung beschimpft wurde, haben de Jager und Schlie plötzlich dieselbe Meinung wie die FDP – aber natürlich sind auch sie von allein darauf gekommen.

Und diese 180-Grad-Drehungen haben natürlich nichts damit zu tun, dass sich die FDP-Politik als richtig erwiesen hat. Obwohl man schon sagen muss: Den Realitätstest haben die FDP-Konzepte bestanden. Ob die CDU schon bereut, sich von den bürgerlichen Werten abgewandt zu haben, um links der Mitte nach Wählern zu suchen?

Die FDP darf sich von den Kapriolen ihres Koalitionspartners nicht beeindrucken lassen – wer weiß schon, auf welche Wähler die CDU-Granden morgen schielen? Wichtig ist, dass Handlungsleitfaden der FDP die bürgerlichen Werte bleiben: Verlässlichkeit und Anstand, Leistungswille und soziale Gerechtigkeit.

Kay Richert
Kreisvorsitzender