Deutsches Rindfleisch – Türkische Paprika

Robert Vollmer
Robert Vollmer

Keine Frage, vegetarisches Essen ist lecker. Genauso, wie ein Stück Fleisch vielen Leuten schmeckt. Durch das Glück in einer wohlhabenden Gesellschaft zu leben und den Import von Lebensmitteln aus aller Welt, können wir uns sogar jeden Tag aussuchen, was wir gerne essen möchten. Etwas, für das man wirklich dankbar sein sollte. Es stimmt auch, dass die Deutschen viel Fleisch essen, ob dies „zu viel“ ist, muss sich allerdings jeder selbst überlegen und dann in seiner Küche entsprechend handeln.

Manche sehen das anders. Verschiedene Verbände, Parteien, wie die Grünen und öffentliche Einrichtungen haben beschlossen den Deutschen zu erklären: „Donnerstag ist Veggietag“. Wer Fleisch isst, mache die Umwelt kaputt, und ernähre sich ungesund. Wer kann schon etwas dagegen sagen, das Klima zu retten, oder „gesünder zu leben“?

Das Gesundheitsargument, das verschiedene Studien belegen wollen, wurde dabei schon mehrfach widerlegt. Vegetarische und nichtvegetarische Probanden, die annähernd gleiche Lebensumständen hatten, waren nahezu identisch in ihrer körperlichen Konstitution. Menschen, die sich gezielt vegetarisch ernähren, leben allerdings meistens auch generell bewusster, rauchen und trinken weniger und treiben mehr Sport, weswegen sie in ihrer Gesamtheit als gesündere Bevölkerungsgruppe erscheinen.

18% der weltweiten sogenannten Treibhausgase wiederum seien auf Nutztierhaltung zu-rückzuführen, deswegen sei Fleischessen ein „Klimakiller“. Das WWI kommt sogar auf 51% Anteil – und bezieht dafür sogar die Atmung der Tiere mit ein. Auch bei den 18% der UNO – mehr als das Transportwesen verursachen soll – wurde großzügig summiert von der Gewinnung der Nahrung über die Verdauungsgase der Tiere bis hin zur Beleuchtung in der Schlachterei. Amerikanische Wissenschaftler kommen bei einer anderen Rechnung auf 3% der weltweiten Emissionen unter Maßstäben, die „ nicht Äpfel mit Birnen vergleichen“ sollen.

So oder so, sicherlich wir essen viel Fleisch und die Aufzucht und Schlachtung von Nutztieren ist nicht ohne Folgen für die Umwelt machbar. Ebenso wenig, wie sie es durch die Produktion rein pflanzlicher Lebensmittel ist. Staatlich verordneter Verzicht kann hierbei aber keine Lösung sein. Die
Menge und der Zeitpunkt, wann jemand Fleisch isst oder nicht isst, sollte alleine von ihm selbst entschieden werden. Zum Glück steht es jedem Menschen
frei, sich an einem „Veggietag“ einfach ein belegtes Brötchen – gerne auch mit Käse – beim nächsten Bäcker zu holen oder zu einer anderen Kantine zu gehen, und dann vegetarisch zu essen und die vegetarische Bevormundung einfach links liegen zu lassen.

Neu sind politische Ernährungsratschläge in Deutschland auch nicht. Mitte  des letzten Jahrhunderts wurde mit „Eintopfsonntagen“ und Slogans „Einmal in  der Woche gibt es Eintopf“ zu Verzicht und Mäßigung aufgerufen und Politik  bis in den Kochtopf betrieben. Wer nicht mit-machte, war damals noch kein  schlechter Mensch, aber immerhin schon einmal ein schlechter Volksgenosse.

In diesem Sinne gibt es in meiner Küche heute eine vegetarische Gemüsepfanne  und morgen ein schönes Stück Rindfleisch. Ich glaube, mir wird beides wunderbar schmecken. Ob die aus der Türkei eingeflogenen Paprika wirklich klimafreundlicher sind, als Fleisch „von deutschen Jungbullen“ möchte dabei ich dann auch in Zweifel ziehen.

Guten Appetit

von Robert Vollmer

– Robert Vollmer ist Schatzmeister bei den JuLis Flensburg und Mitglied im FDP Kreisverband Flensburg –