Stunde Null für uns Liberale

Flensburg. Das Ergebnis der Bundestagswahl ist ein Desaster: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte ist die FDP nicht mehr im Deutschen Bundestag vertreten. „Das Ergebnis ist traurig, hatte sich so oder ähnlich aber angedeutet. Das Ergebnis ist die Quittung für nicht eingelöste Erwartungen der Wähler auf Bundesebene und im Land Schleswig-Holstein“, sagt Kay Richert, Kreis- und Fraktionsvorsitzender der Flensburger Liberalen. „Es sind unfassbare Fehler gemacht worden. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass die FDP gar nicht auf die Übernahme der Regierungsverantwortung vorbereitet war, nur regieren wollte, um zu regieren. Der letzte traurige Höhepunkt war das Anbiedern an die Union und das Betteln um Zweitstimmen.“

Besonders frustrierend seien die letzten Jahre für die Basis vor Ort gewesen, während derer man sich aus Rücksicht auf die jeweiligen Wahlkämpfer mit öffentlicher Kritik stets zurückgehalten habe, so Richert weiter. Wahlkämpfe werden in den nächsten Jahren nicht anstehen. Die FDP hat nun die Chance, sich inhaltlich klar aufzustellen und wieder für liberale Werte zu streiten: Bürgerliche Werte, persönliche Freiheit und soziale Verantwortung.

Dem Landesverband und der Basis vor Ort, also den Orts- und Kreisverbänden und den kommunalen Vertretungen, kommt nun eine sehr viel größere Verantwortung zu. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst und wir stellen uns dieser Aufgabe. Wir müssen dafür sorgen, dass die Bürger wieder wissen, wofür Liberale stehen:

Jeder darf sein, wie er will, egal welchen Geschlechts oder welcher Herkunft, welcher Ethnie oder sexuellen Orientierung. Jeder darf aus seinem Leben machen, was er will. Und persönliche Freiheit bedeutet auch persönliche Verantwortung.

Deutschland braucht eine liberale Kraft, denn Deutschlands Wohlstand ist auf liberalen Werten aufgebaut. Jetzt kommt es darauf an, die Partei zu erneuern, festgefahrene Strukturen aufzubrechen und mit liberalem Sachverstand Politik zum Wohle der Bürger zu machen.