„SPD will Luxus-Radweg!“

Interessant. Axel Kohrt, SPD-Ratsherr und Planungsausschussvorsitzender, will also einen Luxus-Fahrradweg auf dem Flensburger Bahndamm errichten, anstatt eine sinnvolle Verknüpfung von Bahn und ÖPNV am ZOB zu realisieren, wie es das Bahngutachten vorschlägt. Nebenbei bemerkt ist das auch schon etwas schizophren von der SPD. In den 1990er Jahren wollte sie genau das, was das Bahngutachten für die Beste Lösung für die Neuordnung des Bahnverkehrs in Flensburg empfiehlt. Heute baut sie lieber Luxus-Fahrradwege. Damit reiht sie sich ein in die absurden Pläne von Harrislee, auf der Strecke Flensburg-Niebüll einen Reitweg einzurichten, ebenfalls eine Luxus-Idee.

Radweg auf dem Bahndamm: Hört sich erst mal gut an, sollte man meinen. Dass ein solcher Luxus-Fahrradweg im Unterhalt der Stadt aber mehrere Millionen Euro kosten wird, weil ihn dann auch nicht mehr die Bahn unterhält, wird dabei verschwiegen. (Übrigens viel Geld, das wir lieber in die KiTas stecken sollten.) Im Gegensatz zu einem B- und F-Plan für eine Neuordnung des Bahnverkehrs in und um Flensburg, den Herr Kohrt ja lieber gleich versenken will. Die Umsetzung einer Verlegung des Bahnhaltepunktes und den Bau eines Regionalhaltepunktes am ZOB würde nur bei einer Umsetzung zu Kosten führen, die dann aus Bahn-, Landes-, Bundes- und EU-Mitteln gefördert und finanziert werden.

Wir als Stadt müssten nur dann die Straßen und Parkplätze bauen. Der Bau eines Luxus-Fahrradweges hingegen wird ja vielleicht günstig für ein paar hohe zweistellige Millionen Euro-Beträge zu bauen sein. Auf Dauer wird zudem der Unterhalt der Bahn-Brücken für einen solchen Fahrradweg die Stadtkasse extrem hoch belasten. Denn beides, Bau und Unterhalt müssen aus der Stadtkasse bezahlt werden. Also lieber Herr Kohrt, wir sollten die Ergebnisse des Bahngutachtens ausführlich diskutieren und nicht mit Sommerlochs-Fantasien torpedieren. Wenn keine Neuordnung des Bahnverkehrs mehrheitsfähig sein sollte, dann muss der Bahndamm meines Erachtens komplett weg und die Flächen für die Stadt und die Bürger entwickelt werden. Anstelle des Bahndammes ließe sich Wohnraum, Einzelhandel sogar eine schöne Parkanlage mit Freilegung der Hafenspitze realisieren.

Insgesamt ist das Ganze Thema eigentlich so eine grundsätzliche Entscheidung für die Zukunft Flensburgs, dass man dafür einen Bürgerentscheid durchführen sollte und nicht sozialdemokratische Sommerloch-Schnellschussanträge um SUPA beschließt.

Christian R.M. Lucks
Flensburg