Leserbrief: Die CDU ist nicht mehr das, wofür sie sich hält

Leserbrief zu „Die Identifikation schwindet“ vom 21.2.2018 und dem Leserbrief von Herrn Dr. Döring vom 23.2.2018

Lieber Herr Dr. Döring,

die von uns sehr geschätzte Stadtpräsidentin Swetlana Krätschmar tritt nicht nach. Sie zieht ein Fazit nach fünf Jahren Ratspräsidentschaft als CDU-Ratsfrau und Stadtpräsidentin. Dass sie das gerne zensieren würden und nur „Gutes“ hören wollen, ist menschlich verständlich. Fakt ist aber doch, dass die CDU nicht mehr wiederzuerkennen ist. Nicht nur im Bund, wo sie sich einer SPD bis zur Aufgabe von Schlüsselresorts einem möglichen Koalitionsvertrag anbiedert und quasi 100 % SPD-Wahlprogramm vertreten will. Nein! In Flensburg hat sie auf einen eigenen Personalvorschlag verzichtet und die vielleicht zukünftige Bundesvorsitzende der SPD zusammen mit Grünen und Linken in den 13. Stock des Rathauses auf den Schild gehoben. Mittlerweile ist diese übrigens in schon wieder ein paar Etagen tiefer umgezogen, für sage und schreibe 150.271,18 Euro! Bei Herrn Fabers Umzug gab es da noch bei ca. 30.000 Euro einen Riesenaufschrei ihrer Fraktion. Aber nicht nur hier fällt die Flensburger CDU aus der Rolle. Bei Gewerbeansiedlungen (Poco) oder Verkehrsinfrastruktur (Bahnhof, Kielseng), Steuerpolitik (Grundsteuererhöhung) oder Sicherheit & Öffentliche Ordnung (Die mehrfache Ablehnung unseres Vorschlages für einen Kommunalen Ordnungsdienst) hat ihre Fraktion leidenschaftlich alles mitgetragen, was schlecht für Flensburg war und ist. Auch drehen Sie gerne ihre Fahne im Wind. Gerade bei letzterem Thema scheint pünktlich zu Wahl ein Sinneswandel stattgefunden zu haben. Dass mittlerweile Ihre eigenen Parteimitglieder ihre Betriebe gerne nach Handewitt auslagern, kann Ihnen wohl kaum entgangen sein. Auch nicht, dass Ihnen ehemalige verdiente Mitglieder den Rücken kehren. Aber das wollen Sie natürlich in einem Kommunal-Wahljahr nicht gerne hören. Das ist verständlich. Vielleicht braucht die CDU-Flensburg eine Auszeit, um sich zu reflektieren. Denn Anspruch (Partei der Sozialem Marktwirtschaft) und Wirklichkeit (Sozialdemokratische Erfüllungsgehilfen) liegen sehr weit auseinander. Das können die Wähler am 6. Mai 2018 einrichten. Zum Glück gibt es ja Freie Demokraten in Flensburg!

Christian R.M. Lucks
Ratsherr
Freie Demokraten