Kulturförderung braucht bessere Strukturen

Die Flensburger Kulturlandschaft ist in Bewegung und das ist auch gut so. Denn Kultur schafft Identität und Identifikation mit der Stadt. Genau aus diesem Grund setzt auch die FDP Flensburg auf kulturelle Vielfalt in der Fördestadt. „Das gilt auch für die freie Kulturszene in Flensburg, so bleibt es auch in Zukunft unser Credo“, sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende Kay Richert. Er stellt aber auch fest, dass die finanzielle Unterstützung der verschiedenen Einrichtungen inzwischen zu einem unübersichtlichen Anliegen wird, denn immer neue Organisationen stellen Anträge für 2019 zu städtischer Finanzierungshilfe.

Allein zur nächsten Ausschusssitzung liegen dem Ausschuss für Kultur und Tourismus (AKT) zehn neue Anträge vor. Das beantragte Zuschuss-Volumen für 2019 belaufe sich auf insgesamt fast 200.000 €. Noch in der letzten Woche forderte die SPD weitere 100.000 € für die freie Kultur in Flensburg, ohne Kriterien aufzustellen, wie das nicht vorhandene Geld und verteilt werden solle und vor allem an wen. Auch von Zielvereinbarungen war in der SPD-Forderung keine Rede.

„Wir benötigen endlich eine neutrale Vergabekommission, bei der die Anträge z. B. halbjährlich zu einem bestimmten Termin eingehen müssen. Durch die Vergabekommission werden dann die Subventionen nach klaren Vorgaben ersichtlich und transparent gemacht. Erst danach werden die Mittel nach einem bestimmten, öffentlich bekannten Schlüssel vergeben“, schlägt Wolfgang Raube als bürgerliches Mitglied der FDP im Ausschuss für Kultur und Tourismus vor. Hierin sieht die FDP-Fraktion eine weitaus sinnvollere Aufgabe des AKT, als sich mit einer Beschlussvorlage von Bündnis 90/Die Grünen zum Thema „Stadtführer in leichter Sprache“ zu beschäftigen. „Dieser Schaufensterantrag, zielt darauf, sprachliche Barrierefreiheit herzustellen. Der Antrag hat aber auch Senioren im Fokus, die in einem Atemzug mit Menschen mit einer Behinderung genannt werden. Das ist nach meiner Auffassung unsinnig und kostspielig. Aber vor allem verunglimpft er eine ganze Bevölkerungsgruppe als leseunkundig und suggeriert, dass Senioren deshalb einen Stadtführer in leichter Sprache bedürfen,“ meint Kay Richert. „Es handelt sich immerhin um rund 40 % der Flensburger Bevölkerung, die in diesem Antrag benannt werden“, fährt Richert fort. „Ob der Seniorenbeirat unter dieser Voraussetzung für eine Mitarbeit am Stadtführer, wie von den Grünen empfohlen, bereitsteht, wird eine spannende Frage.“

Wolfgang Raube (Bürgerschaftliches Mitglied der FDP im AKT)