Kay Richert über Simon Fabers Amtszeit

Simon Faber wird mir vor allem als aufrechter Mann in Erinnerung bleiben. Ich rechne es ihm hoch an, dass er die ihm gestellten Aufgaben stets genau ausgeführt hat – etwa bei der Räumung der Harniskaispitze, als ihm seine politischen Auftraggeber massiv und scheinheilig in den Rücken gefallen sind. Oder beim Landestheater, als er einen schwierigen Stretegieprozeß gegen die anderen Gesellschafter durchgesetzt hat. Die Chancen, die durch seinen eher undiplomatischen Vorstoß in der Stadt-Umland-Kooperation entstanden waren, wurden durch die Mehrheit in der Ratsversammlung wieder verspielt.

Das größte Verdienst von Simon Faber ist die Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Grenzdreieck, Bahn, Regionsentwicklung, Verkehrsplanung – wo bisher nur ritualisierte Floskeln ausgetauscht wurden, hat sich in den vergangenen sechs Jahren Dynamik entwickelt. Zudem ist Flensburg inzwischen eine der beliebtesten Einkaufsstädte Dänemarks.

Nachteilig für Flensburg war, dass Oberbürgermeister Faber die Mehrheit der Ratsversammlung nicht hinter sich vereinen konnte. Warum das so war, war nicht in jedem Einzelfall auszumachen und soll hier auch gar nicht thematisiert werden; die Mär vom alleinschuldigen OB ist für mich aber genau das: Eine Mär.

Kay Richert