Galwik Hotel: Stadtplanung nur zum Vorteil für die Flensburger!

Flensburg. Der Hotelneubau in der Galwik scheint beschlossene Sache zu sein. Diesen Eindruck jedenfalls vermittelten Axel Kohrt (SPD) und Stellvertreter Arne Rüstemeier (CDU) einmütig im Gespräch mit dem Flensburger Tageblatt. Doch ganz so eindeutig, wie die beiden mächtigsten Planungspolitiker Flensburgs die Sache darstellen, ist es nicht: Das Verträglichkeitsgutachten, daß für einen Hotelneubau inmitten mehrerer Industriebetriebe keinerlei Hindernisse sieht, wird von den Betrieben vor Ort massiv bestritten. Ein weiteres Gutachten wurde in Auftrag gegeben. Die Freidemokraten haben deswegen im Planungsausschuß per Antrag erreicht, daß das Ergebnis dieses Gutachtens noch abgewartet wird, bevor am 11.11. über die Genehmigung des Hotels entschieden werden soll.

Kay Richert
Kay Richert

„Die Stellungnahmen von SPD und CDU sind haarsträubend“ schimpft der FDP-Chef Kay Richert über das seiner Meinung nach unverantwortliche Handeln der beiden größten Ratsfraktionen. „Vor der Wahl versprechen sie, sich um neue Arbeitsplätze zu kümmern. Jetzt verhindern sie, daß Poco 70 neue Arbeitsplätze schafft und gefährden über 500 weitere Arbeitsplätze in der Galwik.“ Die Androhung der ansässigen Betriebe, ihre Produktion zu verlagern, kann FDP-Mann Richert verstehen. „Die Unternehmer sind verunsichert. Sie tragen die Verantwortung für den Fortbestand des Betriebs und für das Wohl ihrer Mitarbeiter. Ein verläßliches politisches Umfeld ist da unbedingt notwendig.“ Von Erpressung, wie es hinter vorgehaltener Hand aus einigen Fraktionen zu hören ist, will Richert nichts wissen. Unternehmen, Bevölkerung und Politik seien voreinander abhängig, sagt er. „Wir alle zusammen sind Flensburg. Es wird langsam Zeit, daß auch CDU und SPD das verstehen.“

Die Umgestaltung des Hafen-Westufers mit dem Promenaden-Endpunkt in der Galwik unterstützen die Freien Demokraten. Auch die Umsiedlung von Industriebetrieben auf die grüne Wiese ist für sie grundsätzlich denkbar. Aber: „Wir müssen doch erst Alternativen haben, bevor wir alles umreißen und neu machen. Das gilt für die Galwik genauso wie für die Parkplätze an der Schiffbrücke. Mit klarem Verstand an die Sache herangehen heißt: Den ersten Schritt vor dem zweiten machen.“ Gerade für Städte wie Flensburg ist nach Meinung der Liberalen die Entwicklung der Wirtschaft besonders wichtig. FDP-Ratsherr Kay Richert: „Egal, was CDU und SPD versprechen: Wir brauchen Betriebe, in denen die Flensburger Arbeit finden. Die FDP will die wirtschaftliche Entwicklung in Flensburg, denn wir wollen die Zukunft unserer Stadt sichern.“

SPD und CDU täten so, als seien schon alle Fragen geklärt, wundert sich Freidemokrat Kay Richert. „Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Kritik der Betriebe aus der Luft gegriffen ist. Warten wir doch ab, welche Fakten sie in die Diskussion einbringen und wägen dann ab. Läge das strittige Grundstück in der Südstadt, hätten rot und schwarz doch auch keinerlei Eile.“ Und zur Gestaltung des Promenaden-Endpunkts in der Galwik: „Herr Erichsen hat doch öffentlich zugesagt, der Stadt dort ein Bistro hinzubauen – nehmen wir ihn beim Wort!