Flensburger Verwaltung tritt Bürgerwillen mit Füßen – Ausschuss Umwelt und Planen vor dem Wortbruch?

Flensburg. Wenn es nach der Flensburger Stadtverwaltung ginge, soll sie also doch kommen: Die Wohnbebauung auf dem ehemaligen DASA-Gelände in Fahrensodde.

Schmackhaft versucht man dies den im Ausschuss Umwelt und Planen vertretenen Parteien durch vier schönfärberische Architektenzeichnungen zu machen.

Kay Richert
Kay Richert

Kay Richert, Vorsitzender der FDP Flensburg, sagt dazu: „Diese Skizzen, die kommende Woche gemeinsam mit dem grundsoliden Vorschlag der IG Fahrensodde zur Abstimmung stehen, kennen weder Grundstücksgrenzen noch Kosteneffizienz. Mit einem Pinselstrich verschwinden die erhaltenswürdige Luftwerft sowie vereinsrelevante Rasenflächen. Stattdessen entstehen kostenintensive Steganlagen, die keiner braucht.“

Die vier Skizzen der Verwaltung scheinen nur als Nebelkerzen zu fungieren, um den Blick auf den Konsens-Vorschlag der IG Fahrensodde zu versperren. In der mutmaßlichen Hoffnung, die Politiker würden sich leicht täuschen lassen, spricht die zugehörige Beschlussvorlage denn auch vom Bau von „(Ferien)wohnungen“.

Allein die Setzung von „Ferien“ in Klammern legt die Intention der Verwaltung nahe, hier Wohnbebauung durch die Hintertür ermöglichen zu wollen. Dabei genießt Ferienwohnbebauung im Grunde die gleichen Schutzrechte wie Wohnbebauung. Damit würde das Kleinod Fahrensodde in seiner heutigen Form vernichtet werden “, so Richert weiter. „Es erstaunt, dass die Verwaltung im gesamten Verfahren konsequent den erklärten Bürgerwillen missachtet: Denn die Bürger wurden frühzeitig durch einen Workshop an den Zukunftsplänen für Fahrensodde beteiligt. Das Ergebnis war eindeutig: Eine Wohnbebauung in Fahrensodde wollen die Flensburger nicht – sie kommt nicht in Frage.“

Schwer vorstellbar, dass die Politik kommende Woche im Ausschuss Umwelt und Planen dem Vorschlag der IG Fahrensodde nicht folgen wird. Denn dies käme einem Wortbruch gleich: Bereits am 29. Juni 2010 sprach sich der gleiche Ausschuss in öffentlicher Sitzung vor ca. 150 Bürgern einstimmig gegen den Wohnbebauungs-Vorschlag der Verwaltung aus. Sollten einzelne Parteien jetzt dennoch Ihr Wort brechen und Wohnbebauung in Fahrensodde ermöglichen, werden sich Flensburgs Bürger bei den nächsten Wahlen daran mit Sicherheit erinnern. Ebenso sicher werden diejenigen Parteien an Einfluss gewinnen, die dafür Sorge tragen, dass in Flensburg nicht länger die Meinung einzelner Verwaltungsmitarbeiter, sondern Bürgerwohl und Bürgerwille maßgeblich sind.

Zudem muss sich die Flensburger Verwaltung fragen lassen: War es wirklich nötig, einen Architekten mit der Planung von Vorhaben zu beauftragen, die der Beschlusslage des Ausschusses Umwelt und Planen klar zuwiderlaufen?

Nur der Vorschlag der IG Fahrensodde folgt dem Bürgerwillen. Wohnbebauung ist in diesem nicht vorgesehen, da damit erhebliche und schädliche Einschränkungen für das maritime Gewerbe, die ansässigen Vereine, den Wassersport und das Naherholungsgebiet verbunden wären. Und wer weiß? Vielleicht darf der Strand dann auch nur noch von den Anwohnern genutzt werden – ähnliches ist ja bereits in Sonwik zu erleben.