Flensburger Liberale diskutieren Obduktionspflicht für Kinder

v.L. Richert, Klahn, Harder, Kaatsch

Am Abend des 22.03.2011 fand im Begegnungscafé des Malteserstiftes St. Klara in Mürwik das erste „Libervent“ der FDP Flensburg in diesem Jahr statt.

Unter der Moderation des Flensburger FDP-Kreisvorsitzenden Kay Richert diskutierten der Kieler Rechtsmediziner Prof. Dr. Dr. Hans-Jürgen Kaatsch, die Stormarner Landtagsabgeordnete Anita Klahn sowie der Flensburger Arzt und Apotheker Kim Harder das Für und Wider einer Obduktionspflicht für Kinder unter sechs Jahren bei ungeklärter Todesursache.

Bei dem Gespräch wurden die Vorteile einer solchen Regelung aus medizinischer und juristischer Sicht umfassend dargestellt. So kann so eine Obduktionspflicht zur besseren Aufklärung von Kindesmisshandlungen führen. Auch das Wohl von Geschwisterkindern kann von einer eindeutigen Diagnose der Todesursache profitieren. Aber auch Gegenargumente, wie das Selbstbestimmungsrecht der Eltern, der Vorwurf eines „Generalverdachtes“ gegen die Eltern oder die Verletzung religiöser Gebote wurden kritisch zur Sprache gebracht.

Die Debatte wurde von Parteifreunden und Gästen unter großem Interesse verfolgt. Es wurden viele Fragen gestellt und es fand eine rege Diskussion statt.

Auslöser der Debatte war die Einführung einer solchen Obduktionspflicht im Bundesland Bremen. Die Entscheidung wurde von allen Bremer Fraktionen mit Ausnahme der FDP befürwortet.

„Sicherlich ist unter dem Aspekt der Selbstbestimmung das Befürworten einer solchen Pflicht eine gewagte Position für eine liberale Partei. Aber Liberalismus bedeutet auch den Schutz der Schwachen und besonders Kinder sind auf unseren Schutz angewiesen,“ konstatierte der FDP-Kreisvorsitzende Kay Richert.

Bilder vom ersten „Llibervent“ finden Sie in unserer Galerie!