Flensburger Liberale befürworten Alternativen zur Fahrbücherei

Flensburg. Die Flensburger Liberalen sprechen sich dafür aus, den Betrieb der Fahrbücherei durch kostengünstigere Alternativen zu ersetzen.

Meike Bruhns

Dazu sagt die Fraktionsvorsitzende Meike Bruhns: „Eine solche Fahrbücherei ist in einem Oberzentrum wie Flensburg nicht zwingend notwendig. Besonders in den Landkreisen erfüllen diese Bücherbusse eine wichtige Funktion, da für viele Menschen eine Bücherei nur schwer erreichbar ist. In Flensburg verfügen wir jedoch über eine hervorragend ausgestattete Bücherei, welche auch über den Nahverkehr sehr gut erreichbar ist.“

Das Gutachten von Rödl & Partner weist die Kosten der Fahrbücherei mit ca. 153.000 Euro pro Jahr aus. Zudem müsste bald ein neuer Bus für ca. 500.000 Euro angeschafft werden. Der Kreis Schleswig-Flensburg hat im Zuge der Haushaltskonsolidierung bereits die Zuschüsse für seine Fahrbüchereien gestrichen.

Kay Richert
Kay Richert

Der Kreisvorsitzende der FDP Flensburg, Kay Richert, sieht das Dilemma: „Der Bücherbus ist eine gute Möglichkeit, das Angebot der Stadtbücherei in die Stadtteile zu bringen. Gerne würden wir diese Möglichkeit erhalten. Angesichts der Kosten stehen wir aber vor der Frage, ob wir dieses Angebot erhalten und dafür z.B. im sozialen Bereich noch mehr Geld einsparen wollen. Hier müssen die Politiker Prioritäten setzen und Entscheidungen treffen. So Leid es mir tut, Schulen und Kindergärten, dazu aufsuchende Jugendarbeit wie Spielmobil und Sportpiraten halte ich für vorrangig.“

Stefanie Jordt
Stefanie Jordt

Nach Ansicht von Stefanie Jordt (26), Vorsitzende der Jungen Liberalen Flensburg, ist die Politik auch zu einer  generationengerechten Haushaltspolitik verpflichtet. „Als Vertreter der jungen Generation fällt es uns natürlich besonders schwer, bei einem Bildungsangebot zu sparen, welches vorwiegend für Kinder und Jugendliche interessant ist. Aber wir wollen den Kindern von heute auch für die Zukunft einen intakten Haushalt hinterlassen. Wir tun den Kindern langfristig keinen Gefallen, wenn wir ihnen solche Annehmlichkeiten mit Geld finanzieren, welches wir einfach nicht haben“, so Jordt.

Die von Rödl & Partner genannten Vorschläge, wie das Liefern von Bücherkisten in Schulen halten die Liberalen für praktikabel. Ebenfalls sollte erwogen werden, den Bürgern die Fernleihe von zu Hause aus gegen Entgelt anzubieten. Ideal wäre, wenn sich das Modell der „Medienboten“ der deutschen Bücherei in Tondern für Flensburg umsetzen ließe. Hierbei bringen ehrenamtliche Helfer die Bücher zu jenen Menschen, welche nicht in der Lage sind, die Bücherei selbst aufzusuchen.