Poco ermöglichen, Arbeitsplätze schaffen!

Flensburg. Das war ein Paukenschlag zur Ratsversammlung im Mai: Die Ansiedlung des Möbelhauses Poco, die vom zuständigen Planungsausschuss bereits befürwortet worden war, wurde in letzter Sekunde verhindert. Die FDP protestierte scharf gegen diesen zynischen Schachzug, konnte sich aber nicht durchsetzen. Morgen kommt der Tagesordnungspunkt erneut in die Ratsversammlung.

Es ist ein trauriges Bild: Das ehemalige Gebäude von Max Bahr an der Bleiche steht verlassen da. Was nicht zu sehen ist: Auch die Mehrheit der ehemaligen Bahr-Mitarbeiter steht da, und zwar ohne Arbeit. Dabei sah alles so positiv aus. Der Möbelmarkt Poco Domäne, der das Haus aus der Insolvenzmasse erworben hatte, wollte eine Filiale eröffnen und 70 Arbeitsplätze schaffen. Doch was im restlichen Deutschland reibungslos funktioniert, geht in Flensburg noch lange nicht: CDU, Linkspartei, Grüne und Sozialdemokraten verhinderten die Ansiedlung und vertagten die Entscheidung. „Diese merkwürdige Koalition hat die Menschen kaltlächelnd im Stich gelassen. Deren Unglück spielt im Kalkül dieser Politiker keine Rolle“ stellt FDP-Ratsherr Kay Richert bitter fest. Der Freidemokrat hatte schon während der Ratsversammlung im Mai gegen den Schachzug gewettert: „So arrogant kann nur sein, wer um seinen eigenen Arbeitsplatz keine Angst haben muß.“

Als Begründung für die Vertagung wurde vorgetragen, dass eine Entscheidung über die Forstschreibung des städtischen Einzelhandelskonzept abgewartet werden sollte. Vordergründig vernünftig. Doch diese Änderung war extra initiiert, so dass das Sortiment von Poco nun nicht mehr zulässig ist. Das ist kein Einzelfall; auch die Ansiedlung von Einzelhandelsunternehmen in der Schleswiger Straße wird durch dieselbe Parteienkonstellation seit Jahren geblockt. FDP-Mann Kay Richert: „Es ist nicht ersichtlich, für wen CDU, Linkspartei, Grüne und SPD sich derart ins Zeug legen, wenn sie mit allen Mitteln Ansiedlungen in der Südstadt verhindern. Eines steht aber fest: Es sind nicht die Bürger.“ Denn die stehen sieben Monate nach der Schließung von Max Bahr immer noch auf der Straße. Dabei hätte alles so reibungslos klappen können – auch in Flensburg.