Die Kommunalpolitik hat den Krankenhausneubau angestoßen – nicht Simone Lange!

Leserbrief zu: „Zwischenrufer aus dem Ruhestand“ vom 6. Dezember

Es ist schon erstaunlich, wie schnell man vergisst. Noch am 15. April 2017 sah Oberbürgermeisterin Simone Lange im Flensburger Tageblatt keine Möglichkeit, eine andere Entscheidung in der Krankenhausstandortfrage herbeizuführen. Noch am 22. April 2017 wurden Frau Lange und ihr Ministerpräsident Albig (SPD) im Zusammenhang mit einem in der Öffentlichkeit von Bürgern, Ärzten und allen Fraktionen im Rathaus geforderten Klinikneubau von Blinden, die sich über Farbe unterhalten würden, in dieser Zeitung zitiert. Außerdem witterte die Oberbürgermeisterin eine „Kampagne“ von Leserbriefschreibern (22. 4. 17, FT).

Jetzt steht in der Zeitung, sie habe das „Heft des Handelns“ ergriffen. Richtig ist, dass es die Kommunalpolitik über alle Fraktionen hinweg war, die der Oberbürgermeisterin den Auftrag gab, sich entsprechend darum zu kümmern. Gegen ihren Widerstand!

Die im Artikel zitierte Bürgerversammlung am 9. Mai sollte dazu dienen, die offenkundigen Bedenken mit einer Öffentlichkeitsveranstaltung im Keim zu ersticken. Erst als am 9. Mai klar wurde, dass es eine nachhaltige Stimmung in der Bürgerhalle und starken Gegenwind mit guten Argumenten gab, wurde Frau Lange überzeugt, dass es auch anders gehen muss.

Dass Sie als Zeitung den Sachverhalt jetzt so darstellen, dass es allein ihre Initiative war, ist schon fast Geschichtsklitterung. Es waren Susanne Rode-Kuhlig, Birte Wrede, Susanne Herold und alle Flensburger Ratsfraktionen, die die Diskussion aufgegriffen und den Prozess vorangetrieben haben. Und es war die Verwaltung, die diesen Auftrag mit Bravour erledigt hat. Denn das Sozialministerium hatte eine Frist vorgegeben, die nur durch das gemeinsame Handeln von kommunaler Selbstverwaltung, Verwaltung und den Trägern bewältigbar war.

Wir haben jetzt ein Grundstück und eine Perspektive, wie es weitergehen wird. Es waren also die aktiven und ehemaligen Ärzte, Patienten, Mitarbeiter und Einwohner dieser Stadt und die Ratsfraktionen, die dem Irrsinn eines „weiter so“ mit 200 Millionen Euro Steuergeldern gemeinsam Einhalt geboten haben. Nicht Frau Lange. Dieser Legende muss man widersprechen.

Christian R.M. Lucks Ratsherr, Freie Demokraten