Der El-Dorado-Falter

Standpunkt.

Steuergelder abgezockt für „Umweltschutzmaßnahmen“

Anfang März waren weite Teile des Stiftungslandes auf Veranlassung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gerodet worden, um eine „savannenähnliche Landschaft“ herzustellen. Die Stiftung Naturschutz SH ist aus Steuermitteln des Landes errichtet und weisungsgebunden an den Kieler Umweltminister Dr. Habeck von der grünen Partei. Grund des Kahlschlags: Der Goldene Scheckenfalter (Euphydryas aurinia), bei uns seit 70 Jahren verschollen, soll zurückkehren. Das klingt wie ein schlechter Witz, ist es aber leider nicht. 3,4 Millionen Euro Steuergelder sollen hierfür geflossen sein.

Angekündigt wurde die Aktion am Freitagabend, bevor am Montagmorgen der Kahlschlag begann: Per Farbkopie im Briefkasten wurden einige wenige Haushalte informiert. So geht man vor, wenn man Widerstand ausschalten will.

Ob das Herstellen einer Savanne in einem Gebiet, wo es nie natürliche Savannen gab, etwas mit Naturschutz zu tun hat? Und rechtfertigt die eventuelle Rückkehr eines einzigen Schmetterlings die Zerstörung des Lebensraums unzähliger heimischer Tiere und Pflanzen? Oder ist das Ganze nur eine Masche, um unter dem Deckmantel des Umweltschutzes Millionen zu verdienen?

„Hier wird das Geld verschleudert und unser Freibad muß  eventuell wegen fehlender 30.000 Euro schließen. Was für eine Schande!“ (Weiche wo sonst 02/2014). Wie wahr! Straßen und Schulen sind marode, Kinder- und Altersarmut gehen um, Kommunen sind pleite, Gesundheits- und Pflegesystem werden für Normalverdiener unfinanzierbar – und unsere Steuergelder werden dafür ausgegeben, daß sich ein Schmetterling eventuell wieder ansiedelt?

Goldener Scheckenfalter
Goldener Scheckenfalter (Euphydryas aurinia)
© Júlio Reis, Wikipedia

Doch genau um das scheint es hier zu gehen: Geld. Sehr viel Geld. Nach inoffiziellen Schätzungen kann die reine „Entwicklung“ aller betroffenen Landschaften maximal 120.000 Euro gekostet haben. Wo sind die restlichen 3.280.000 Euro Steuergelder geblieben? Zum Vergleich: Dieser Betrag ist mehr, als sechs Durchschnittsverdiener in ihrem ganzen Leben erarbeiten. Der aktuelle Fehlbetrag des Freibads Weiche könnte hiervon 328 Jahre lang ausgeglichen werden.

Apropos Intransparenz: In der Antwort auf meine Anfrage teilte mir die Stiftung Naturschutz SH mit, daß kein Knick gerodet wurde. Das Roden von Knicks ist nämlich aus ökologischen Gründen verboten. Kein Knick gerodet? Ob das wahr ist oder nicht, können Sie sich beim nächsten Savannenspaziergang selbst ansehen.

Zu fragen ist auch nach dem Stellenwert des Menschen. Ist es wichtiger, die eventuell mögliche Rückkehr eines längst vergessenen Falters vorzubereiten als z.B. ausreichend Polizisten zu beschäftigen? Ich persönlich werde gerne vor Einbrechern geschützt und ich sehe es auch gerne, wenn Polizisten den Schulweg meiner Kinder schützen. Beides wird aufgrund von Einsparungen nicht mehr ausreichend wahrgenommen. Anstatt mit fragwürdiger Begründung die heimische Natur zu zerstören, hätten wir 128 Polizeiobermeister ein Jahr lang beschäftigen können.

Unglaublich dreist ist die Stellungnahme des Bunds für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), der „die getroffenen Maßnahmen der Stiftung“ als „richtig und überfällig“ lobt. Der BUND ist im Stiftungsrat vertreten und hat die Maßnahmen dort selbst beschlossen.

-Kay Richert
Vorsitzender FDP Flensburg