Dänen-Dreier oder was?

Kay Richert
von Kay Richert

Anstatt bei einer Koalition die Namen der beteiligten Parteien zu nennen, benutzen wir lieber Metaphern oder besondere Bezeichnungen: Große Koalition, Ampel, Jamaika sind seit längerem fest geprägte Begriffe.

Nach dem Ausgang der Schleswig-Holsteinischen Landtagswahl vom letzten Sonntag wird wohl eine neue Parteienkonstellation die Bildung einer Regierung anstreben: SPD, Grüne und SSW haben zusammen eine Stimme Mehrheit im neuen Parlament. Da ist es offenbar dringend nötig, eine neue Bezeichnung für dieses Bündnis zu finden.

Während des Wahlkampfs war das erste Schlagwort die Dänen-Ampel. Wobei man wissen muss, dass der SSW eine Partei der dänischen Minderheit in Deutschland ist, keine dänische Partei. Und auch alle Parlamentarier des SSW sind Deutsche. Das rückt zwar von Zeit zu Zeit in den Hintergrund, ist aber so. Und eine dänische Ampel hat auch kein blaues Licht.

Ein öffentlich-rechtlicher Radiosender hilft uns bei der Suche, interviewte Hörer geben auch gleich die erforderliche Wertung dazu. Dänen-Ampel: irgendwie diskriminierend. Schleswig-Holstein-Ampel: irgendwie nicht zutreffend. Pølser-Pakt: irgendwie indiskutabel. Eine Hörerin muss bei dem Vorschlag Dänen-Dreier irgendwie an Rudern denken. Darauf wäre ich irgendwie nicht als Erstes gekommen.

Wie wäre es mit Aserbaidschan (Landesfarben Blau-Rot-Grün)? Schlechte Assoziationen. Schließlich ist man am Zustand des Landes nicht ganz unbeteiligt, da kann man einen Vergleich mit einem Entwicklungsland nun gar nicht brauchen.

Vielleicht sollten wir es beim Vorschlag von Flemming Meyer belassen: Rot-Grün-Blau. Mögliche Abkürzung: RoGBla. Und wenn die Wahl von Torsten Albig zum Ministerpräsidenten gelingen sollte (der Heide-Mörder ist ja noch immer nicht gefasst), können wir auf den Begriff Regierungskoalition zurückgreifen: Immer zutreffend und garantiert politisch korrekt.

Und wenn endlich ein passender Begriff gefunden ist, wenden wir uns den Inhalten zu.