Auf dem linken Auge blind?

Standpunkt.

Es ist dieser Tage wieder einmal hervorragend zu beobachten, wie unterschiedlich doch mit den politischen Extremen in unserem Land umgegangen wird. Schauen wir zunächst einmal die vergangen Landtagswahlen im Osten an. Ein großer Aufschrei ging durch das Land, denn eine Partei die rechts von der CDU steht, zog in gleich drei Landtage ein. Dass sich langsam aber wohl eine Partei rechts der CDU im Deutschen Parteiensystem etabliert, wird für viele offenbar als ernste Gefahr für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung gesehen.

Das allerdings nun wohl in Thüringen Die Linke! ihren ersten Ministerpräsidenten stellt, scheint niemanden so richtig zu verstören. Rufen wir es uns in Erinnerung: Die Linke ist eine mittelbare Nachfolgepartei der SED. Jener Partei, die für Mauerbau, Schießbefehl und Stasi-Terror verantwortlich war. Der große Aufschrei blieb hier bisher jedenfalls aus.

Ein anderes Beispiel für dieses Phänomen ist der Umgang mit gewalttätigen Demonstranten. Kürzlich eskalierte eine Demo von Hooligans und Skinheads in Köln, es kam zu schweren Ausschreitungen und Gewalt gehen die Polizei, Journalisten und Passanten. Prompt wird jetzt über eine Einschränkung von Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit diskutiert – Rechte, die als absolute Grundrechte im Grundgesetz festgeschrieben sind.

Dabei sind solche Gewaltorgien an sich nichts Neues. Die Krawalle Linksautonomer Randalierer im Hamburger Schanzenviertel am 1. Mai sind sowohl für Polizei als auch für Randalierer jedes Jahr ein fester Termin im Kalender. Aber diese Gewalt kommt ja schließlich von links, das ist ja nicht so schlimm, denn wer links ist, engagiert sich ja für eine gute Sache. Ich wünsche mir einen Rechtsstaat, welcher allen gewalttätigen Gruppen entschlossen entgegentritt.

-André Classen
Beisitzer im Kreisvorstand