Abgesprochene Harmonie beim Krankenhausdialog 2.0?

Der Krankenhausdialog 2.0 am Mittwochabend hinterließ bei vielen Besuchern der vollbesetzten Bürgerhalle einen merkwürdigen Eindruck. Hieß es noch vor drei Wochen, man wolle eine Klinik mit doppelter Trägerschaft, demonstrierten die vier Podiumsbeteiligten harmonische Einigkeit. Es wirkte auf viele Gäste fast wie abgesprochen und einstudiert. Carsten Kock führte als Moderator und bei der Fragerunde auch als Mediator durch die 90-minütige Veranstaltung. Oberbürgermeisterin Simone Lange lobte den Fortschritt, den es seit dem ersten Krankenhausdialog gab und verwies auf den gefundenen Klinik-Standort Peelwatt. Es würde künftig um Schallanforderung, Umwelt, Entwässerung und Verkehrsplanung gehen, sie habe die öffentliche Forderung nach einer Krankenhausversorgung aus einer Hand aber vernommen. Im Anschluss schilderte Klaus Deitmaring vom Malteser-Krankenhaus St. Franziskus, wie er sich 2030 die ärztliche Versorgung nach einem Sturz vorstelle, nämlich über einen Eingang, mit einer fachärztlichen Versorgung, aus einer Hand, mit einer Verwaltung. Dem stimmte Martin Wilde von der Diako ohne Widerworte zu. Auch Silke Seemann vom Kieler Gesundheitsministerium unterstrich diese Harmonie mit der Aussage, man würde im Ministerium die Flensburger Entscheidungen als wegweisendes Projekt in Schleswig-Holstein beobachten.

In der folgenden Fragerunde sahen sich die vier Podiumsteilnehmer vielen kritischen Fragen ausgesetzt. Krankenschwestern, Hebammen, Ärzte, Patienten und ehemalige Klinikleiter äußerten ihre Bedenken über diese demonstrierte Einigkeit. Einige verwiesen auf die jahrelangen vergeblichen Versuche, ein gemeinsames Verwaltungssystem und eine gemeinsame EDV einzuführen. Auf die Frage, wie denn das neue Klinikum künftig aus einer Hand geführt werden solle und wie sich beide Träger das vorstellen würden, gab es keine Antwort. Mit lautem Entsetzen quittierte das Publikum die Veranstaltung nach dieser Aussage. Es sollte zwar Harmonie angedeutet werden, es zeigte sich jedoch, dass eben nichts geklärt ist.