Größer Denken!

Leserbrief zu „Neue Züge, kürzere Fahrzeiten“ vom 28.01.2014

Christian R.M. Koch
Ratsherr Christian R.M. Koch

Sehr geehrter Herr Meyer,

Sie irren sich. Die Flensburger Politik und die Verwaltung planen kein Stuttgart 21 (S21) in Weiche. Diskutiert wurde im SUPA nur die Erstellung eines ergebnisoffenen Gutachtens und ist in Auftrag gegeben worden. Diese wurde durch die dänische Studie „Atkins 2“ angeregt. Atkins zeigt Fakten auf, welche die bestehende Beschlüsse zur Flensburger Infrastruktur deutlich in Frage stellen. Wenn wir mit Flensburg schneller an den Rest der Welt angeschlossen werden wollen, müssen wir unsere Infrastruktur jetzt kritisch hinterfragen und vermutlich anders nutzen.

Die Studie zeigt: Erst ein Fernbahnhof in Weiche oder anderswo an der Nord-Süd-Hauptstrecke würde die Voraussetzung für eine deutlich höhere Taktung und kürzere Fahrzeiten nach Hamburg ergeben. Ein vernünftiger Regionalverkehrsplan, wie er beschlossen und umgesetzt wird, sichert die schnelle und zuverlässige Anbindung auch an einen solchen Bahnhof. Eine wichtige Frage, die hinzugekommen ist: Wäre eine S-Bahn auf den bestehenden Schienen vom ZOB zum neuen Fernbahnhof und eventuell darüber hinaus nach Niebüll sinnvoll und wirtschaftlich betreibbar? – Ich für meinen Teil sehe da sehr viel Potenzial! Und was die „Stadtmitte“ angeht – Denken Sie mal größer! Flensburg inklusive Harrislee UND Handewitt. Dann wäre der Bahnhof in Weiche sehr zentral und hätte eine attraktive S-Bahn-Anbindung an die Förde. Ein Stuttgart 21 steht hier nicht zur Debatte. Denn die Infrastruktur steht bereits.

Den Umbau zu einem „neuen“ Fern-Bahnhof in Weiche würde dann, wenn es Sinn machen würde, Dänemark und die EU mitfinanzieren, wie wir von dort jeweils hören. Doch dafür brauchen wir belastbare Zahlen, Daten und Fakten. Die werden jetzt ergebnisoffen erhoben. Warten wir das Ergebnis ab.